Hochwertige Daten sind die Grundlage für erfolgreiche digitale Anwendungen im Tourismus. Die Open Data Tourism Alliance (ODTA) hat deshalb ein gemeinsames Rahmenwerk entwickelt, das Organisationen, Destinationen und Leistungsträger bei der Erstellung, Pflege und Weitergabe touristischer Daten unterstützt.
Die Datenqualitätskriterien schaffen ein gemeinsames Verständnis dafür, wann Datensätze vollständig, verlässlich und für die automatisierte Weiterverarbeitung geeignet sind. Damit verbessern sie nicht nur die Nutzbarkeit in Plattformen, Apps und KI-Anwendungen, sondern auch die Sichtbarkeit touristischer Angebote in Suchmaschinen und Sprachassistenten.
Drei Qualitätsstufen
Das Rahmenwerk unterscheidet drei aufeinander aufbauende Qualitätsstufen:
Basisanforderungen definieren den Mindeststandard für veröffentlichungsfähige Daten. Dazu zählen insbesondere eine eindeutige Bezeichnung, korrekte Standortinformationen, eine aussagekräftige Kurzbeschreibung, standardisierte Kategorien sowie nachvollziehbare Quellen- und Lizenzangaben.
Gute Qualität ergänzt die grundlegenden Informationen beispielsweise um ausführliche Beschreibungstexte, aktuelle Preise und Öffnungszeiten, offen lizenzierte Bilder, Kontaktdaten sowie funktionierende Website-, Buchungs- oder Reservierungslinks.
Sehr gute Qualität bietet zusätzliche Informationen, die eine gezielte Auswahl und individuelle Reiseplanung ermöglichen. Hierzu gehören unter anderem Angaben zu Barrierefreiheit, Familienfreundlichkeit, Anreise, Ausstattung, Zertifizierungen, Wetterabhängigkeit oder besonderen Services.
Kriterien für zentrale touristische Datentypen
Die Empfehlungen berücksichtigen die spezifischen Anforderungen unterschiedlicher touristischer Inhalte:
- Points of Interest: Standort, Öffnungszeiten, Preise, Merkmale und Anreiseinformationen
- Veranstaltungen: Datum und Uhrzeit, Veranstaltungsort, Ticketlinks, Sprache und Veranstaltungsformat
- Touren: Streckenverlauf, Länge, Dauer, Höhenprofil, Wegbeschaffenheit und Schwierigkeitsgrad
- Gastgeber und Unterkünfte: Preise, Check-in- und Check-out-Zeiten, Ausstattung, Kapazitäten und Buchungsmöglichkeiten
- Gastronomie: Öffnungszeiten, Küchentyp, Preisinformationen, regionale Spezialitäten und Speisekarten
Über alle Datentypen hinweg stehen Aktualität, Vollständigkeit, Konsistenz, Maschinenlesbarkeit und rechtssichere Weiterverwendung im Mittelpunkt.
Datenqualität messbar machen
Für die praktische Umsetzung stellt das Dokument verschiedene Bewertungsansätze vor. Möglich sind ein Punktesystem mit definierten Schwellenwerten, eine leicht verständliche Ampellogik, eine Datenqualitätsmatrix als Checkliste sowie automatisierte Validierungsverfahren. Dadurch können Organisationen Qualitätslücken erkennen, redaktionelle Prozesse verbessern und den Reifegrad ihrer Datensätze transparent darstellen.
Ein gemeinsamer, dynamischer Standard
Die Kriterien verstehen sich nicht als abgeschlossenes Regelwerk, sondern als gemeinsame Arbeits- und Diskussionsgrundlage. Partner, Destinationen und Datennutzer sind eingeladen, ihre Erfahrungen einzubringen und die Standards kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Alle Kriterien, Erläuterungen und Bewertungsvorschläge finden Sie im vollständigen Dokument.
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Auf unserem Blog möchten wir Wissen teilen und die Tourismusorganisationen bei ihrer Arbeit unterstützen. In den praxisnahen Fachbeiträgen geben unsere Experten Einblicke in die Arbeit der ODTA und welchen Nutzen die Standards haben. Praxisbeispiele zeigen konkrete Anwendungsfälle.

